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Nachunternehmer-Zugriff in der Bausoftware: das richtige Permission-Modell

BG
BauGrid Redaktion· Fachredaktion
22. Mai 202610 Min. Lesezeit
Nachunternehmer-Zugriff in der Bausoftware: das richtige Permission-Modell

Stand: Mai 2026

Kurzantwort: Ein sauberes Permission-Modell für Nachunternehmer gibt jedem externen Beteiligten genau die Module frei, die er für seinen Auftrag braucht (typisch: Aufmaß, Mängel, Bautagebuch, Stundennachweis), und blendet alles andere konsequent aus. Es ist projekt- und firmenbezogen, hat einen Audit-Trail, läuft DSGVO-konform und ersetzt damit das chaotische Modell, bei dem Daten per E-Mail-Anhang verschickt oder Logins geteilt werden.

Kaum ein Baubetrieb arbeitet noch ohne Nachunternehmer. Vom Generalunternehmer mit 80 Prozent Fremdvergabe bis zum Familienbetrieb, der ab und zu einen Elektriker hinzuzieht: Externe Firmen sind Realität. Die Frage ist, wie sie sicher und produktiv in die eigenen Prozesse eingebunden werden. Die häufigsten Antworten der Praxis (E-Mail, WhatsApp, Shared Drive, geteilte Logins) sind 2026 weder DSGVO-konform noch produktiv.

Die typischen Fehlpraktiken

Variante 1: E-Mail mit Anhang

Der Nachunternehmer bekommt PDFs als Anhang: LV-Auszug, Lageplan, Aufmaß-Vorlage. Updates erfolgen erneut per E-Mail. Probleme:

Variante 2: Shared Cloud-Ordner

Der Nachunternehmer wird in einen Dropbox- oder OneDrive-Ordner eingeladen. Vorteile: aktuelle Pläne, ein Ort für alle. Nachteile:

Variante 3: Geteilter Login

Der Nachunternehmer bekommt den Login eines Bauleiters. Das ist gefährlich:

Das richtige Permission-Modell

Ein professionelles Modell für Nachunternehmer hat fünf Eigenschaften:

1. Eigener Login pro Person

Jede natürliche Person, die Zugriff bekommt, hat einen eigenen Login. Keine Sammelkonten. Bei Ausscheiden wird das Konto deaktiviert, andere Zugriffe bleiben unberührt.

2. Firmen-Scoping

Der Login ist einer Firma zugeordnet, nicht direkt einem Projekt. Die Firma wird dann pro Projekt freigeschaltet. Damit kann derselbe Nachunternehmer in mehreren Projekten arbeiten, ohne die anderen zu sehen.

3. Modul-Freigabe pro Projekt

Für jedes Projekt wird einzeln festgelegt, welche Module der Nachunternehmer sieht. Typische Konfiguration:

Nicht sichtbar bleiben: Verträge, Kalkulation, Eingangsrechnungen anderer Firmen, Mängel anderer Gewerke.

4. Vollständiger Audit-Trail

Jede Aktion des Nachunternehmers wird protokolliert: Login, Änderung, Upload, Download. Im Streitfall lässt sich nachvollziehen, wer was wann gesehen oder geändert hat.

5. Klare Beendigung

Nach Abschluss des Auftrags wird der Zugang zum Projekt entzogen, ohne dass die historischen Daten verloren gehen. Der Nachunternehmer behält für eigene Pflichten (Aufbewahrungsfristen) Lesezugriff auf seine eigenen Belege, sieht aber keine neuen Aktivitäten mehr.

Vergleichstabelle

AspektE-MailShared CloudGeteilter LoginPermission-Modell
Versionskontrolleneinteilweisejaja
Audit-Trailneinteilweiseneinvollständig
Sichttrennungneinneinneingranular
DSGVO-konformneinrisikoreichneinja
Modul-Bezugneinneinunbeschränktpräzise
Aufwand pro NUhochmittelgeringgering
Skalierbarkeitgeringmittelgeringhoch

Modul-Vernetzung mit Nachunternehmern

Ein Permission-Modell entfaltet seinen Nutzen erst in einer vernetzten Plattform:

DSGVO und Auftragsdatenverarbeitung

Wenn der GU dem NU Zugriff auf personenbezogene Daten gewährt, ist das eine Verarbeitung. Klärungspunkte:

Banking-Grade Org-Scoping

In Mehrfirmen-Konstellationen (z. B. eine Holding mit mehreren Bau-GmbHs) ist das Org-Scoping entscheidend. Jeder Zugriff läuft in genau einem Firmenkontext. Bulk-Aktionen, die Daten mehrerer Firmen kombinieren würden, werden hart abgelehnt. Das ist Pflicht für DATEV-Exporte und schützt davor, dass ein NU versehentlich Daten der Schwesterfirma sieht.

Onboarding-Workflow für Nachunternehmer

In der Praxis bewährt sich folgender Ablauf:

  1. Stammdaten anlegen: Firma im Lieferantenverzeichnis erfassen.
  2. Ansprechpartner einladen: per E-Mail-Link, Passwort wird vom NU selbst gesetzt.
  3. Projekt zuordnen: das konkrete Bauvorhaben verlinken.
  4. Module aktivieren: aus einer Vorlage (z. B. "NU Aufmaß+Mängel") oder manuell.
  5. Erste Aufgabe: typisch ein Aufmaß-Auftrag oder eine Mangelzuweisung.
  6. Abschluss: nach Schlussrechnung Zugang archivieren, Historie bleibt erhalten.

Typische Fehler beim Permission-Setup

Fazit

Die Einbindung von Nachunternehmern entscheidet über Produktivität und Datenschutzrisiko in jedem Bauprojekt. Wer mit E-Mail oder geteilten Logins arbeitet, riskiert Datenpannen, Versionschaos und unnötige Mehrarbeit. Ein granulares Permission-Modell auf einer vernetzten Plattform schafft Transparenz für beide Seiten, ohne sensible Daten preiszugeben.

BauGrid bietet ein zweistufiges Firmen- und Projektmodell mit Modul-Freigabe pro Projekt, vollständigem Audit-Trail und DSGVO-konformer Verarbeitung in Deutschland. Mehr dazu im Beitrag Nachunternehmer-Vergabe und LV-Aufteilung und in der Nachunternehmer-Modul-Übersicht.

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