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Planung

Anordnungsbeziehungen(AOB)

Anordnungsbeziehungen beschreiben die logische Abhängigkeit zweier Vorgänge in einem Netzplan. Die Netzplantechnik nach DIN 69900 unterscheidet vier Typen: Ende-Anfang, Anfang-Anfang, Ende-Ende und Anfang-Ende, jeweils kombinierbar mit zeitlichen Versätzen.

Anordnungsbeziehungen, international als Dependencies bezeichnet, sind das Bindeglied zwischen Vorgängen im Bauzeitenplan. Sie legen fest, in welcher Reihenfolge und mit welchem zeitlichen Versatz zwei Vorgänge zueinanderstehen. Ohne saubere Anordnungsbeziehungen lässt sich weder der kritische Pfad berechnen noch eine belastbare Terminplanung erstellen.

Die vier Typen nach DIN 69900

Die DIN 69900 definiert vier grundlegende Beziehungstypen. In der englischen Projektmanagement-Literatur werden sie als FS, SS, FF und SF abgekürzt:

  • Ende-Anfang (Finish-to-Start, FS): Der Nachfolger beginnt, wenn der Vorgänger beendet ist. Häufigster Typ im Bau (z. B. Schalung fertig → Bewehrung beginnt).
  • Anfang-Anfang (Start-to-Start, SS): Der Nachfolger beginnt, sobald der Vorgänger begonnen hat. Typisch bei parallelen Gewerken (z. B. Aushub Abschnitt 1 → Bodenplatte Abschnitt 1 mit Versatz).
  • Ende-Ende (Finish-to-Finish, FF): Der Nachfolger endet, wenn der Vorgänger endet. Nützlich für gekoppelte Fertigstellungstermine.
  • Anfang-Ende (Start-to-Finish, SF): Der Nachfolger endet erst, wenn der Vorgänger begonnen hat. Selten genutzt, etwa bei Schichtübergaben.

Lag und Lead

Jede Anordnungsbeziehung kann mit einem Zeitversatz versehen werden:

  • Lag (Positiver Zeitabstand): Verzögerung zwischen Vorgänger und Nachfolger, z. B. Trocknungszeit nach dem Estrich.
  • Lead (Negativer Zeitabstand): Überlappung, Nachfolger startet vor Ende des Vorgängers. Häufig bei rollierenden Gewerken.

Positive Zeitabstände dürfen sachlich nie kürzer sein als die physikalisch notwendige Wartezeit, z. B. Trocknungs- oder Aushärtungsdauern nach Herstellerangaben.

Praxis

In der Bauausführung sollte jede Anordnungsbeziehung fachlich begründbar sein. Eine FS-Beziehung bedeutet immer 'notwendige Reihenfolge', nicht 'zufällige Reihenfolge'. Wird eine Beziehung gelöst, sollte dies dokumentiert werden, um spätere Nachweise (z. B. bei Behinderungsanzeigen) zu ermöglichen.

Digitale Planungssysteme erlauben die Anzeige und Filterung aller Abhängigkeiten, sodass Änderungen sofort den betroffenen Teil des Netzplans markieren.

Häufige Fehler

  • Zu viele FS-Beziehungen: Alles wird sequenziell modelliert, obwohl Parallelarbeit möglich wäre.
  • Fehlende Begründung für Lag: Zeitabstände ohne fachlichen Grund verlängern den Gesamtplan künstlich.
  • Ringbeziehungen: Zyklische Abhängigkeiten führen zu fehlerhaften Rechenergebnissen und sind fachlich unzulässig.
  • Harte Termine statt Beziehungen: Wer feste Datumsbindungen nutzt, bricht die Logik des Netzplans auf.

Verwandte Begriffe

Anordnungsbeziehungen sind zusammen mit Meilensteinen die Bausteine des Bauzeitenplans und definieren den kritischen Pfad. Praxisbeispiele zeigt der Leitfaden Bauzeitenplan erstellen.

Quellen & Rechtsgrundlagen
  • DIN 69900 - Projektmanagement, Netzplantechnik, Beschreibungen und Begriffe
  • DIN 69901 - Projektmanagement, Projektmanagementsysteme
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