Der Begriff Masse meint im Bauwesen nicht das physikalische Gewicht, sondern die Menge einer Leistung, vor allem bei Erdarbeiten in Kubikmetern. Aus dieser Tradition stammt das Wort Massenermittlung, das viele Kalkulatoren und Bauleiter bis heute synonym zu Mengenermittlung verwenden.
Bedeutung im Erd- und Straßenbau
Im Tiefbau werden Aushub, Auftrag und Bodenaustausch aus Querprofilen berechnet: Zwischen zwei Profilen wird die Fläche gemittelt und mit dem Abstand multipliziert. REB-VB 21.003 beschreibt dieses Verfahren als Massenberechnung aus Querprofilen und ist Standard bei Bundesfernstraßen und vielen kommunalen Baumaßnahmen. Das Ergebnis geht in die Abrechnung nach DIN 18300 Erdarbeiten ein.
Bedeutung im Hochbau
Im Hochbau spricht man heute von Mengenermittlung. Die Abrechnungsregeln stehen in Abschnitt 5 der jeweiligen ATV der VOB/C, die Form der Berechnung folgt meist REB 23.003. Ein Massenauszug aus den Plänen dient der Kalkulation, das Aufmaß der Abrechnung.
Abgrenzung
- Massenermittlung und Mengenermittlung: derselbe Vorgang, unterschiedliche Begriffe.
- Massenauszug: Vorermittlung aus Plänen vor der Ausführung.
- Aufmaß: Feststellung am Bauwerk nach der Ausführung.
Häufige Fehler
- Schüttmaße und feste Maße bei Böden verwechselt; DIN 18300 rechnet nach festen Maßen, sofern nichts anderes vereinbart ist.
- Profile in zu großen Abständen gewählt, sodass die Volumen ungenau werden.
- Massenauszug aus der Kalkulation ungeprüft als Abrechnungsmenge verwendet.
BauGrid führt Mengen aus Plan und Mengenblatt zusammen und übergibt sie an die Rechnung (Aufmaß).
- REB-VB 21.003 Massenberechnung aus Querprofilen
- DIN 18300 Erdarbeiten, Abschnitt 5
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