Die Frage, wie weit eine Baustelle ist, wird täglich gestellt und selten sauber beantwortet. Dabei gibt es am Bau eine belastbare Antwort: die festgestellte Menge.
Ermittlung
- Mengenbezogen: Für jede Position wird die bisher erbrachte Menge im Mengenblatt festgestellt und ins Verhältnis zur Vertragsmenge gesetzt. Das ist die genaueste Methode und deckt sich mit der kumulierten Abrechnung.
- Meilensteinbezogen: Ein Vorgang gilt erst mit Erreichen eines definierten Zwischenstands als teilweise fertig. Geeignet für Leistungen ohne messbare Menge.
- Aufwandsbezogen: Verhältnis der verbrauchten zu den geplanten Stunden. Diese Methode misst den Verbrauch, nicht die Leistung, und täuscht bei Mehraufwand einen Fortschritt vor.
Verwendung
- Bewertung der Leistung für die Abschlagsrechnung nach § 16 Abs. 1 VOB/B
- Fortschrittsanzeige im Gantt-Diagramm
- Soll-Ist-Vergleich und Prognose der Endkosten
- Grundlage für Zahlungspläne beim Pauschalvertrag
Bilanzielle Einordnung
Nach handelsrechtlichen Grundsätzen wird ein Gewinn erst mit Realisation ausgewiesen; eine Teilgewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig. Nach IFRS wird bei Erfüllung der Voraussetzungen zeitraumbezogen realisiert. Für die Bewertung im Jahresabschluss ist deshalb der Steuerberater einzubeziehen.
Häufige Fehler
- Fortschritt wird prozentual geschätzt und ist regelmäßig zu optimistisch.
- Materiallieferungen werden als Leistung gewertet, obwohl sie noch nicht eingebaut sind.
- Nachträge fehlen im Nenner, sodass der Grad zu hoch erscheint.
- Der Grad wird aus verbrauchten Stunden abgeleitet, obwohl der Mehraufwand aus Nacharbeit stammt.
BauGrid erstellt die kumulative Abschlagsrechnung direkt aus dem Aufmaß und zeigt den Stand im Controlling (Rechnungswesen, Controlling).
- VOB/B 2016 § 16 Abs. 1
- HGB §§ 252, 255
- IFRS 15
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