E-Rechnung 2027 - jetzt vorbereitenZum Konto
Abrechnung

Vorbehalt der Schlusszahlung

Der Vorbehalt der Schlusszahlung ist die Erklärung des Auftragnehmers, dass er trotz Annahme der Schlusszahlung weitere Forderungen geltend macht. Er ist nach § 16 Abs. 3 VOB/B innerhalb von 28 Tagen nach Zugang der Mitteilung über die Schlusszahlung zu erklären und innerhalb weiterer 28 Tage zu begründen.

Die Ausschlusswirkung der Schlusszahlung ist eine der schärfsten Regeln der VOB/B. Sie kann Nachträge und Restforderungen in Höhe erheblicher Beträge vernichten, wenn eine Frist versäumt wird.

Voraussetzung der Ausschlusswirkung

Nach § 16 Abs. 3 Nr. 2 VOB/B tritt der Ausschluss nur ein, wenn der Auftraggeber den Auftragnehmer über die Schlusszahlung schriftlich unterrichtet und auf die Ausschlusswirkung hingewiesen hat. Fehlt dieser Hinweis, bleiben Nachforderungen möglich.

Fristen

  • 28 Tage nach Zugang der Mitteilung über die Schlusszahlung: Der Vorbehalt ist zu erklären.
  • weitere 28 Tage: Der Vorbehalt wird hinfällig, wenn nicht in dieser Zeit eine prüfbare Rechnung über die vorbehaltenen Forderungen eingereicht oder, wenn das nicht möglich ist, der Vorbehalt eingehend begründet wird.

Die Fristen laufen unabhängig davon, ob der Auftragnehmer die Kürzung inhaltlich schon bewerten kann. Sicherheitshalber wird der Vorbehalt deshalb früh und umfassend erklärt.

Form und Inhalt

Der Vorbehalt ist schriftlich zu erklären und sollte den Bezug zur Schlussrechnung und zur Mitteilung des Auftraggebers herstellen. Eine Bezifferung ist im ersten Schritt nicht erforderlich; sie folgt in der Begründung. Empfehlenswert ist eine Aufstellung der offenen Punkte: gekürzte Positionen, nicht anerkannte Nachträge, Stundenlohnarbeiten, Einbehalte.

Abgrenzung

Der Vorbehalt bei der Abnahme betrifft die Vertragsstrafe und ist ein anderer Vorgang. Beide Vorbehalte sind getrennt zu erklären und haben getrennte Fristen.

Häufige Fehler

  • Der Vorbehalt wird mündlich in einem Gespräch erklärt.
  • Die zweite Frist zur Begründung wird versäumt, sodass der Vorbehalt hinfällig wird.
  • Der Auftragnehmer wartet auf ein Gespräch mit dem Auftraggeber, während die Frist läuft.
  • Die Zahlung wird angenommen, ohne zu prüfen, ob eine Mitteilung mit Hinweis vorlag.

BauGrid führt Rechnungen mit Status, Fristen und Zahlungsständen sowie offene Punkte mit Verantwortlichen und Terminen (Rechnungswesen, Offene Punkte).

Quellen & Rechtsgrundlagen
  • VOB/B 2016 § 16 Abs. 3 Nr. 2 und Nr. 3
  • VOB/B 2016 § 14
BauGrid

Vorbehalt der Schlusszahlung in der Praxis umsetzen.

BauGrid bildet VOB, GAEB, REB und die wichtigsten Rechnungsformate direkt im Tool ab. Kostenlos starten mit bis zu 5 Nutzern.

Einfach. Mächtig. Sofort startklar.

Wenn Sie eine Email schreiben können, können Sie BauGrid bedienen. Konto anlegen und mit dem ersten Projekt loslegen - kein Onboarding-Marathon, keine Schulungstage.